Angst

Angst

In der Psychotherapie geht es darum, die Angst des Patienten, der Patientin als begründet zu verstehen.

Die Differenzierung zwischen Realangst und Angst, die aus inneren, zunächst oft unbewussten Quellen stammt, ist ein erster wichtiger Schritt im therapeutischen Prozess.


Die Ergründung der tatsächlichen inneren Angstsituation stellt den zweiten Schritt dieses Prozesses dar.

Die wahren Gründe der Angst  ('wahr' ist zwar auch ein Stück weit ein Konstrukt, aber wenigstens näher am Eigentlichen) kennend, ist der  Patient, die Patientin in der Lage, tatsächlich wirksam zu handeln.


Das bedeutet, die angsterzeugenden Faktoren nach Möglichkeit zu verändern und unveränderbare Aspekte der Wirklichkeit zu integrieren, also auch: einerseits Angsterleben auszuhalten und andererseits Anti-Angst-Strategien zu entwickeln.





Unterstützend kann zumindest am Anfang der Behandlung eine medikamentöse Therapie durchaus hilfreich oder/und notwendig sein.


Zur Anwendung kommen in erster Linie Substanzen, die auch für die Depressionsbehandlung eigesetzt werden, wie serotonerge oder serotonerg-noradrenerge Antidepresssiva  mit oder ohne sedierende (beruhigende) Akutwirkung (SSRI, SNRI, NASSA).

Da die spezifische Wirkung der Antidepressiva erst nach einer Latenzzeit einsetzt, ist anfänglich oft die Einnahme von anderen Medikamenten zusätzlich notwendig. Benzodiazepin-Tranquilizer wirken akut  gut,  weisen aber eine sehr rasche Toleranzentwicklung auf und führen bei falscher Anwendung oft zu Abhängigkeit. Alternativ kommen in der pharmakologischen Angstbehandlung auch andere Substanzen (z.B. GABA-erge Pharmaka od. Neuroleptika) zum Einsatz.

Nicht zu Unrecht ist unsere Zeit als eine der Angst bezeichnet worden, nicht erst in den Zeiten der Pandemie.



Eine Angststörung, wie ein Paniksyndrom, Phobien oder eine sogenannte generalisierte Angststörung kann nicht ohne weiteres mit alltäglichen,  nicht-pathologischen Ängsten  gleichgesetzt werden, doch die Grenzen sind fließend.


Jeder Mensch kennt Angst.


Eine Modellvorstellung der klassischen Psychoanalyse unterscheidet schematisch neurotische Angst (von der wohl niemand ganz frei ist!) im Gegensatz zur 'Realangst'.

Realangst warnt vor realen äußeren Gefahren,neurotische Ängste beruhen auf   inneren Wirklichkeiten, wie z.B. inneren Konfikten.


Angst erzeugende Diskurse, auch über tatsächlich bestehende Gefahren, schaffen ein Klima, in dem Angst oder auch - im Gegenteil -  Gleichgültigkeit gedeihen.


 

Therapie bedeutet auch,im Sinn von Mündigkeit Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit wahrzunehmen und deren Spielraum zu erweitern.

Therapie bedeutet auch,im Sinn von Mündigkeit Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit wahrzunehmen und den Spielraum zu erweitern.