Angst

Nicht zu Unrecht ist unsere Zeit als eine der Angst bezeichnet worden.

 

Obwohl Viele in scheinbar gesichteren Verhältnissen leben und Krieg und Not fern zu sein scheinen, empfinden vielleicht mehr Menschen als früher Angst.

 

Natürlich kann eine Angststörung, wie ein Paniksyndrom, Phobien oder eine sogenannte generalisierte Angststörung nicht mit alltäglichen, nicht-pathologischen Ängsten gleichgesetzt werden. Doch sind Vergleiche zwischen sogenannt normalen und sogenannt pathologischen (neurotischen) Ängsten sicher legitim, und die Grenzen sind fließend.

Jeder Mensch kennt Angst.

Der klassischen Psychoanalyse nach gilt neurotische Angst (von der wohl niemand ganz frei ist!) in Wahrheit inneren Wirklichkeiten (wie z.B. inneren Konfikten), während die Realangst vor realen äußeren Gefahren warnt.

Mir scheint heute vor dem Hintergrund Angst erzeugender medialer Berichterstattung und ebensolcher Diskurse - wohl oft über tatsächlich bestehende Gefahren - das rechte Augenmaß verloren gegangen zu sein und im Sinn politischer oder kommerzieller Interessen ein Geschäft mit der Angst stattzufinden. In einem solcherart aufgeheiztem Klima der Angstbereitschaft wird auch der Entstehung von Angsterkrankungen der Boden bereitet.

Angst

In der Psychotherapie geht es darum, die Angst des Patienten, der Patientin als begründet zu verstehen.

Die Differenzierung zwischen Realangst und Angst, die aus inneren, zunächst oft unbewussten Quellen stammt, ist ein erster wichtiger Schritt im therapeutischen Prozess.

Die Ergründung der tatsächlichen inneren Angstsituation stellt den zweiten Schritt dieses Prozesses dar.

Die wahren Gründe der Angst ('wahr' ist zwar auch ein Stück weit ein Konstrukt, aber wenigstens näher am Eigentlichen) kennend, ist der Patient, die Patientin in der Lage, tatsächlich wirksam zu handeln. Das bedeutet, die angsterzeugenden Faktoren nach Möglichkeit zu verändern und unveränderbare Aspekte der Wirklichkeit zu integrieren, also auch: Angsterleben auszuhalten.

 

 

Unterstützend kann zumindest am Anfang der Behandlung eine pharmakologische Therapie durchaus hilfreich oder/und notwendig sein. Zur Anwendung kommen in erster Linie Substanzen, die auch für die Depressionsbehandlung eigesetzt werden, wie serotonerge oder serotonerg-noradrenerge Antidepresssiva mit oder ohne sedierende (beruhigende) Akutwirkung (SSRI, SNRI, NASSA).

Da die spezifische Wirkung der Antidepressiva erst nach einer Latenzzeit einsetzt, ist anfänglich oft die Einnahme von anderen Medikamenten zusätzlich notwendig. Benzodiazepin-Tranquilizer wirken akut gut, weisen aber eine sehr rasche Toleranzentwicklung auf und führen bei falscher Anwendung oft zu Abhängigkeit. Alternativ kommen in der pharmakologischen Angstbehandlung auch andere Substanzen (z.B. GABA-erge Pharmaka od. Neuroleptika) zum Einsatz.

PSYMEDPRAXIS.at

 

Psychotherapeutische, psychosomatische und allgemeine Medizin.

Katathym Imaginative, analytisch orientierte Psychotherapie.

Copyright @ Dr. Thomas Harrer